
Meine XZ-Geschichte
Wie ich zu meiner "YAMAHA XZ 550" kam.
Eines Tages musste ich mich leider von meinem Peugeot 504 trennen und ihn zu seinen Ahnen schicken. Er hatte immerhin ein stattliches Alter von 16 Jahren und eine Laufleistung von nem guten Stück über ner halben Million Kilometer erreicht. Da unser Staat für solch alte Dieselfahrzeuge richtig Steuern sehen wollte, immerhin ca. 600 €uronen per Anno, plus Versicherung, Treibstoff und Ersatzteilen war der Wagen für mich leider nicht mehr finanzierbar.
Da ich aber einen Festen Arbeitsvertrag hatte, der wie soll es anders sein?, nicht sehr gut bezahlt wurde, musste ein Fahrzeug her. Am Preiswerteste ist da ein Motorrad, ich besitze eine gültige Fahrerlaubnis und hatte noch Schutzkleidung von "damals" (zugegeben das ist etwas für mutige).
Der Helm zerlegte sich schon selbstständig in seine ursprünglichen Bestandteile, also wurde bei einem bekannten Internetauktionshaus ein preiswerter Helm eines Markenherstellers ersteigert.
Es sollte zunächst eine 750er Seca von YAMAHA werden. Der Typ am Telefon erzählte was von "über 3 Jahre neu aufgebaut", naja, ist sicher auslegungssache. "Der Motor ist dicht und läuft gut", ich also mit meinem Kumpel von WAF mit nem Motorradanhänger bis kurz vor Frankfurt runtergedonnert. Was soll ich sagen?
Die Karre war n "Trümmerhaufen", bei der Probefahrt hätte es mich fast in den Strassengraben gehauen und zurück bei dem Typen, fing der Motor auch noch an irgendwo Öl rauslaufen zu lassen.
Mein Kumpel sagte schon als er die Karre gesehen hat, "Die lassen wir hier", ich war dann schließlich auch davon überzeugt. Zu guter letzt fragte uns der Typ: "Warum nehmt ihr die jetzt nicht?".
lol
Durch die Reise nach Frankfurt, ohne Moped zurück und die Anhängermiete war mein Budget natürlich arg geschrumpft.
Also began die Suche nach einem vom Kaufpreis her preiswerterem Motorrad hier aus der Umgebung.
Mein Kumpel hatte dann bei mir zuhause im Internet gesucht und ist tatsächlich fündig geworden.
Ne "YAMAHA" (gut), Kadern (gut), 550 ccm (naja) und 37 KW (NAJA), alles zusammen heißt dann "XZ 550"
Die Probefahrt war angenehm, ein wahrhaft einzigartiger Klang des V2 und das doch überraschende Drehmoment unten rum waren überzeugend.
Im Mai 2005 wurde die "YAMAHA XZ 550" gekauft und auf meinen Namen zugelassen.
Ich wusste nicht was ich tat.
Der Anfang einer merkwürzigen Freundschaft.
Zunächst starb alle paar Kilometer der Motor ab weil die Vergaser verdreckt waren.
Kein Problem für einen der mit Benzin im Blut auf die Welt gekommen ist.
Nachdem die Vergaser gereinigt waren und mit den Düsen der ungedrosselten Version ausgestattet waren,
ging erstmal ne weile alles gut. Irgendwann leuchtete dann die Öldruck-Lampe und zwang mich wieder zu einer Fahrpause. Ursachenforschung ergab das einiges an Dreck im Motor vorhanden war und dieser sich nach einer gewissen gefahrenen Strecke vor das Ölsieb im Motor gesetzt hatte und die Ölpumpe deswegen kein Öl mehr ansaugen konnte, der Fehler wurde von mir behoben.
Also konnte ich jetzt auch mal n paar Kilometer am Stück fahren, so das ich auch mal ne gewollte Pause machen konnte um einfach nur eine zu rauchen.
Doch was ist das jetzt wieder? Der motor sprang nicht mehr an. Fluchen und Ursachenforschung mit begrenzten Mitteln brachten mich nicht weiter. Doch irgendwann sprang der Motor wieder an, magische Selbstheilung?
Nein, die TCI (Zündbox) hatte wie bei fast allen XZ 550 eine "kalte Lötstelle".
Ich lernte jemanden kennen deren Mann beim Militär beschäftig war und hatte da beziehungen zu den
Elektronikern, meine TCI wurde für den Preis eines Paket Kaffes und Porto repariert.
An dieser Stelle einen ganz lieben Dank an die Person.
Als nächstes meldete sich dann der Anlasserfreilauf ...
Doch auch dieser wurde in der Winterpause durch einen gebrauchen ersetzt und funktioniert seither
tadellos.
Auf einem XZ-Treffen sagte TeeJay mal zu jemandem "die meisten Leute hier heißen Mac Gyver,
es gibt keine Probleme" (so oder so ähnlich hat es sich zugetragen).
Eines ist sicher, eine XZ zu fahren bedeutet das man keine Angst vor dreckigen Händen haben darf
und quasi immer in der lage zu sein mit nem Stück Draht und nem Taschenmesser sein Motorrad reparieren
zu können.
KFZ-Steuern und Versicherung hielten sich in Grenzen, in diesem Fall mit "Weicheikennzeichen" 4/10 sind es zusammen ca. 50 €uronen für die Saison.
Aber in diesem Jahr 2009 verschwindet der Bruchstrich !!